Letzte Zeilen aus Peru

Janne und ich sind jetzt im ewig nebligem Lima und verbringen die letzten Stunden in Fressbuden und diesem Internetcafe. Eigentlich hatte ich den Blog schon gestern fertig geschrieben, aber das Internet hier... 200 Puls hatte ich...

 

Sonst waren die letzten Tage hier sehr cool. Wir haben viel unternommen und hatten den Luxus einer eigenen kleinen Wohnung mit TV, DVD Player, eigener Kueche und Schlafzimmer. Endlich konnten wir mal wieder ordentlich Fruehstueck kaufen und mussten uns nicht das EINE Broetchen einteilen. Dennoch ist Lima uns nicht so sympatisch wie La Paz oder der Rest des Altiplano. Vielleicht liegt es einfach daran das das Wetter so scheisse ist. Hallo? Wir hatten 3 Monate nur Sonne! Wie kann man denn am dunkelsten Fleck Perus eine Stadt gruenden? Wenn die in Deutschland nicht scheint fliegen wir direkt wieder zurueck.

 

Nicht nur das Wetter ist hier im Gegensatz zu den anderen bereisten Landesteilen ungewoehnlich, bei uns, in Miraflores, ist das Leben ganz anders. Keine Kollektivoblechlawinen die sich durch die Strassen druecken wie in La Paz, keine alten Frauen in traditioneller Kleidung die ihr Obst verkaufen, keine Armut, kaum billige Kneipen und keine Berge (ueberall in diesem Land geht es sonst Bergauf oder Bergab). Wenn wir durch die neue Shoppingmeile direkt an der Steilkueste schlendern und Fast Food essen koennte man meinen wir waeren in Europa.
Aber zwei Sachen gibt es nun mal auch in Lima: Kirchen und Museen. Die haben wir vorgestern bei unserem Altstad Besuch "abgehakt" und haben vorwiegend nach "Artesanias" (Kunsthandwerk) gesucht. Ich hasse diese Staende und bin froh das dieser Teil vorbei ist. Gestern waren wir im riesigen "Museum der Nation" und haben alle Ruinen die wir schon auf der Reise gesehen haben nochmal im Miniaturformat vor uns gehabt. Juhu. Aber dadurch das man dort unsere Reise nochmal nachvollziehen konnte wurde mir schon ein bisschen wehmuetig ums Herz. 3 Monate Peru/Bolivien waren schon geil und ich werde einige Dinge vermissen. Auch weil wir hier naemlich ganz ordentlich gelebt haben. Wir waren ausnahmslos jeden Tag gut essen, haben so einige Bars unsicher gemacht, waren auf Konzerten, haben unglaubliche Dinge gesehen und haben es uns einfach nur mal gut gehen lassen.
Aber keine Sorge, wir freuen uns auch wieder tierisch auf Deutschland... Also stellt das Bier kalt und schmiert Schnittchen mit Wurst!

 

Unsere Bargeldreseren schwinden und ich muss jetzt Schluss machen. In 2 Stunden kommt das Taxi und faehrt uns zum Flughafen. Dann geht das grosse warten los, welches in Atlanta fortgesetzt wird - Mittwoch sind wir wieder im Lande

 

Wer noch mehr Bock auf Peru-Blogs hat sollte dringend bei www.coco-im-lande-der-lamas.blog.de vorbeischauen! Coco ist naemlich im selben Hilfsprojekt wie wir in Nasca und dort tobt natuerlich wieder der Baer...

 

Ganz viele letzte Gruesse aus Peru von janne und mir.

 

 

1 Kommentar 25.9.07 01:06, kommentieren

ueber La Paz und Langfinger

Der letzte (und erste Eintrag) aus Bolivien den Morgen fliegen wir nach Lima, zurueck in unser heiss geliebtes Peru. Auch wenn dann die Preise wieder ansteigen. Obwohl hier in Bolivien eigentlich alles nicht viel anders ist. Im Grunde ist nur die Waehrung und die Fahne unterschiedlich - die Leute und das drumherum ist wie in Peru. Oft sind sie nett, hilfsbereit und lustig, manchmal sind sie einfach nur Freaks. Wir wollten heute ein Mitbringsell kaufen und hatten es schon eingepackt. Dem "Verkaeufer" war aber der 50Bs Schein zu dreckig(?) und wir liessen die Ware stehen. Warum er den 100% echten Schein nicht annehmen wollte ist uns bis jetzt unklar. Ein weiteres typisches Traveler Hanycap: ohne Kleingeld ist man hier aufgeschmissen - sobald man nur noch einen 10er hat (1euro) geht das zittern beim kaufen los. Glaubt nicht das die ihre Hintern bewegen um Wechselgeld zu besorgen. Da hilft nur das begehrte Getraenk auf der Stelle zu oeffnen und dann mit einem breiten Grinsen den 50er rueberreichen

Heute waren wir auf dem riesigen Markt in El Alto, einer Vorstadt La Pazs. Dort schlenderten wir vorbei an Marktbuden die wirklich alles (vom Voodoo Zauber bis zum Autoerstazteil) verkaufen und dann passierte, was ja nach 3 Monaten in Laendern ueber die das Auswaertige Amt deutlich vor Diebstahl warnt, passieren musste: wir mussten uns mit Taschendieben rumschlagen. Wir schlenderten schon eine Zeit lang vorbei an Buden als Janne ein oeffentliches Bad entdeckte und wir durch eine schmale Gasse zwischen zwei Staenden gehen mussten. Janne war einige Schritte vor mir als ich ploetzlich etwas feuchtes am Hals spuerte. Sofort war ich zwischen einer Frau und einem Mann eingekeilt, sah das die Uschi mir an der Hose herumfummelte und das der Reisverschluss, der den Weg zu unseren Geldreserven sichern sollte, offen stand. Ich brachte nur ein "hey" ueber meine Lippen und schon waren die beiden weg. Meine zwei Portmonnees waren zum Glueck noch da, weil ich Bonny und Clyde rechtzeitig bemerkt hatte.
Dieses Arschloch hatte mich tatsaechlich angespuckt um von dem Diebstahl abzulenken.
Natuerlich lief ich den Rest des Tages etwas paranoid durch die Strassen und vermutete hinter jedem Indio einen potenziellen Langfinger.

La Paz ist uebrigens eine Reise wert. Obwohl die Stadt selbst fuer Sued Amerikanische Verhaeltnisse sehr hektisch ist hat sie was besonderes. Ist Lima einfach ein riesiger Haufen Gebaeude mit 9 Millionen Einwohnern ist La Paz mit 1,2 Millionen noch recht uebersichtlich. Moderne Hochhaeuser reihen sich am Prado, der Hauptverkehrsstrasse, aneinander, es gibt tolle Kneipen, Pubs und Music Bars und alles ist ein einziger Markt. Jeder qm Buergersteig ist mit Staenden ueberhaeuft und es macht Spass dem Treiben aus dem Fenster eines Minibuses die fuer wenig Geld durch die Stadt fahren zuzuschauen. Auch ausserhalb von La Paz gibt es einiges zu sehen: die tropischen Yungas. Dort gedeihen Bananen, Kaffee und natuerlich Koka. Laut Koka Museum sind die Yungas der 2. Groesste Kokalieferant Boliviens. Vor einigen Jahren kaufte Coca Cola 253 Tonnen von dem Zeug (Aromastoff fuer die Cola). Schade das man keine Blaetter mitbringen darf. Ein frischer Koka Tee belebt naemlich so gut wie Kaffee...

Heute Abend gehen Janne und ich noch auf ein Jazz Konzert und werden die letzten 4 Tage Suedamerika geniessen - auch wenn es im immer nebligen Lima ist.

Viele Gruesse aus La Paz 

20.9.07 23:27, kommentieren

das letzte mal aus Peru ...

... denn ab Morgen sind wir in Bolivien, Copacabana. Nein nicht in Brasilien am Strand sondern am schoenen Titicacasee - dort liegt namlich der Namensgeber fuer das Brasilianische Pendant. Vielleicht nicht ganz so schoen aber schnuckelig gelegen und wir werden dort 2 Tage mal richtig entspannen (auch wenn das Wasser in 3800m arsch kalt ist).
Copacabana...da faellt mir gleich eine weitere Unart der Peruander bzw. Bolivianer ein: Die bennen jeden Scheiss nach Jungfrauen und haben noch ein dutzend fuer alle Situationen. Virgen Copacabana, virgen Gertrud, virgen Hilde... ueberall. Im Taxi, im Bus, in Hotelzimmer und vor allem in Kirchen (ach was!). Die sind hier echt besessen von denen- ob die Komplexe haben?

 

Jetzt haben wir unsere erste Woche am Titicacasee hinter uns und es war super - das Highlight, neben freilaufenden wilden Meerschweinchen, war der Besuch einer kleinen Insel weit drausen im "Andenmeer". Dort uebernachteten wir bei einer Aymara Indiander Familie und es war mal was ganz anderes. Das Klo war nur ein Loch in der Erde (zum Glueck geht es meinem Bauch besser) und es gab kein fliessend Wasser oder Strom. Dafuer war das Haus idyllisch (mit Seeblick) gelegen. Zu Abend assen wir mit der ganzen Familie (5 Kinder) in einem kleinen Lehmhaus das sich Kueche nennt. Wir sassen auf dem Boden und eine einzige Kerze war die Lichtquelle. Das Essen war koestlich, die Kinder hatten Spass (obwohl sie nur in ihrer Indiandersprache Quetchua redeten) und in einer Ecke hoerte ich Meerschweinchen quieken. Heute Morgen sagte ich ihnen das Meerschweinchen in Deutschland zum spielen und kuscheln da sind - die Indianermutter antwortete nur: Rico!!! (Lecker!!!)

 

Heute gehen Janne und ich nochmal richtig lecker essen da dieses in Bolivien nicht so toll sein soll. Ich freu mich dennoch, denn ab Sonntag ist meine doofe Diaet vorbei und ich kann wieder richtig futtern und Bier trinken.

 

Bis bald! Gruesse von uns beiden an alle!

 

1 Kommentar 8.9.07 00:51, kommentieren

Machu Picchu

Wir waren da. Der Hoehepunkt einer jeden Peru Reise - Machu Picchu. Gestern ging es mit dem Zug aus dem heiligen Tal in das Dorf unterhalb der Ruinen. Das hier mehr Touris als Einheimische sind stoert ein wenig - da die Stadt dazu noch nicht einmal ansprechend ist macht die Situation nicht besser. Egal, wir haben uns in einem voellig ueberteuerten Hotel eingemietet, hatten aber ein kleines Holzhaus mitten im Tropenwald am Stadtrand mit Blick auf die Berge und die Stadt. Heute Morgen klingelte der Wecker um 4:30 und das Fruehstueck um 5 Uhr war gehetzt (mir war es egal - ich halte eh Diaet, nur Trockenbrot und Reis - mein Magen streikt mal wieder)

Mit dem ersten Bus ging es hoch zu den Ruinen, an den armen Dudes vorbei die den steilen Anstieg zu Fuss wagten. Um kurz nach 6 waren wir auf der Anlage und es war gigantisch! Die coolste Ruine von allen und wir haben schon viele gesehen! Auch einen Abstecher zu den beiden Bergen im Hintergrund der Anlage machten wir - ihr habt doch hoffentlich grade die Postkartenansicht von Machu Picchu geoeffnet!? - nachdem ich alles aus der Hoehe gesehen hatte machten uns an den Abstieg und machten es wie die Dudes am Vormittag - wir gingen zu Fuss ins Dorf. Nach krassen Bergbesteigungen und ausfuerlicher Ruinenbesichtigung war es eine Tortur. Jetzt sitzen wir erschoepft im Internet Cafe und warten auf unseren Zug in "Heilige Tal der Inka".

Morgen geht es wieder nach Cusco und am Montag fahren wir mit dem Zug an den Titicacasee (ja, den gibt es wirklich!).

Uebrigens, hier ist alles, im Gegensatz zum Rest des Landes, voellig ueberteuert. Alleine fuer die 40km Zugfahrt (und das ist der einzige Weg hierhin) bezahlen wir beide hin und zurueck 150$. "Peru Rail" ist hier die einzige Gesellschaft und langt ordentlich zu. Mit dem lokalen Zug duerfen wir nicht fahren - sind ja Touris. Trotz der Abzocke durch "Peru Rail" muessen wir dennoch immer ein bisschen grinsen wenn wir den Zug sehen.
Jetzt kommt der Knueller: der korrupte Ex - Praesident Fujimori (ja! Er war Japaner) hat anfang der Neunziger das Eisenbahnnetz an Chilenen und Englaender verkauft und das Geld in die eigene Tasche gesteckt. Damit ist er dann irgendwann nach Japan abgehauen - lustig oder? Wenn man bedenkt, dass Peru nun seit kurzem ein "Neues Weltwunder" besitzt und lediglich an den Eintrittsgelder verdient und nicht am lukrativeren Transport ... 

Peru eben.

3 Kommentare 31.8.07 22:36, kommentieren

wir sind in Arequipa


Da sind wir nun, alleine auf Peru- und Bolivienrundreise fuer den Rest unserer Zeit hier. Ich muss sagen der Abschied von der "Organistion Pachamama" viel mir nicht schwer. Nur einige Kinder werde ich ein bisschen vermissen und natuerlich das bisschen Geborgenheit das wir in Nasca hatten. Obwohl Geborgenheit auch relativ ist, besonders vor dem Hintergrund das sich die aus Ica entlaufenen Haeftlinge (500 sind es, Busse wurden schon gepluendert) seit ein paar Tagen in Nasca herumtreiben und ich Abends beim Broetchen kaufen jeden Augenblick mit einer fiesen peruanischen Attacke aus dem dunkeln gerechnet habe ... Janne traute sich jedenfalls gar nicht mehr aus dem Haus heraus.

Hier in Arequipa muss man sich zwar auch vor Dieben in Acht nehmen aber wer von den Mini - Peruanern raubt schon so grosse Deutsche wie uns aus? Die fetten Amis die ueberall herumlaufen seh ich eher als potenielle Ziele. Touris gibt es hier viele und wir sind froh darueber. Nachdem wir in einigen kleinen Ortschaften schon Angst hatten im Kochtopf zwischen Meerschweinchen zu landen zeigt einem die Anwesenheit von Touris: Wir sind auf dem richtigen Weg!

Arequipa hat neben Taschendieben und 20000 Taxis noch mehr zu bieten, denn hier gibt es Kirchen ohne Ende und das Kloster Sta. Catalina, welches ein echtes Highlight war. Natuerlich sorgen die vielen tollen Restaurant fuer stets mit Alpakafleisch gefuehlte Maegen.

Leider kann ich euch keine Bilder mehr bieten, da die PCs in den Internet Cafes leider keinen benutzbaren USB Eingang haben. Fotos gibts dann wenn wir wieder zu hause sind!

Gruesse aus Peru

21.8.07 22:03, kommentieren

Seltsames ueber das Essen

In diesem Land kann man sich nicht auf vieles verlassen, Puenktlichkeit und planmaessiges Vorgehen sind hier fehl am Platze, aber eines gibt es hier immer, ueberall und in riesigen Mengen: Essen. Da alles auch ein wenig exotisch und fuer uns Europaeer fremd ist, schmeckt es umsomehr abenteuerlich. Wie aber alles im Leben hat auch peruanisches Essen seine negativen Seiten. Dies laesst sich mit einem einzigen Wort beschreiben: arroz (Reis). Peruaner sind notorische Reis Vernichter und deswegen findet man bei jedem Gericht und auf jedem Teller Reis in rauen Mengen. Reis mit Kartoffeln, Reis mit Nudeln (ohne Scheiss!), Reis mit Pommes, Reis gruen, Reis gelb – Reis ueberall. Was das fuer die Darmflora bedeutet koennt ihr euch ja vorstellen. Janne und ich sind schon Spezialisten im aufstoebern reisloser Gerichte in Kneipen. Wir hassen ihn.

 


Abgesehen von dieser Unart ist das Essen jedoch sehr gut. Ceviche, roher Seebarsch in Limettenmarinade, gehoert zu unseren Favoriten, sowie die ca 1000 Huehnchen Gerichte, Antichuchos (gegrilltes Rinderherz), Cuy (Meerschweinchen), fritierte Meeresfruechte, Avokado, die ganzen Exotischen Fruechte die man erntefrisch auf den Maerkten kaufen kann (Marakuja, Tuna, Naranja) und natuerlich deren frische Saefte.

 


Der Markt. Dieser Ort in jeder noch so kleinen Stadt laesst jeden Vegetarier erzittern, jeden Veganer uebel werden und veranlasst warscheinlich Tierschuetzer sowie Hygienebeauftragte ihren Anwalt anzurufen und eine Klage einzureichen. 5 Meerschweinchen tummeln sich auf einem qdm, 5 Huehner sind in einem Schuhkarton gefangen um wenig spaeter ohne Kopf, gerupft und mit in die Luft gestreckten Beinen auf der Theke zu liegen, halbtote Krebse zucken mit ihren uebrig gebliebenen Beinen, Rinderkoepfe liegen herum und das halbe Schwein wird von jedem der daran vorbei laeuft beruehrt. Zu dem Bild das ihr grade im Kopf habt muesst ihr noch Millionen Fliegen, Muell, fiesen Gestank und uns addieren und ihr seid auf dem typischen peruanischen Wochenmarkt. Ist schon eine lustige Erfahrung – leider hat Janne alle Fotos, ihr koennt euch jedenfalls darauf freuen.

 


Auch ein Kapitel fuer sich sind die Trinkgewohnheiten. Bier: man nehme 3 Flaschen fuer 5 Personen und 2 Glaeser. Warum? Einer faengt an zu trinken, leert sein Glas kippt den letzten Schluck in das zweite und gibt das Glas an den naechsten. Immer der Reihe nach. Was ist daran Falsch? 5 Peruaner sind schon nach 2 Flaschen besoffen! Die vertragen gar nichts – trinken aber am liebsten Schnaps (Pisco) und das aehnlich skurril: Eine Flasche Pisco, ein Glas und 5 Peruaner die in einem Kreis stehen. Einer trinkt, ein anderer haelt die Flasch bis er das Glas bekommt – leer natuerlich. Das die Flasche nach 5 Minuten leer und die Stimmung ausgelassen ist liegt zwar nahe, jedoch ist zum Schluss die Flasche leer die Peruaner aber fertig.

 

Die Fotos: Janne kocht und in der Kneipe mit den Betreuerinnen verzichten wir auf die eigenartigen Trinkgewohnheiten.


5 Kommentare 18.8.07 19:08, kommentieren

noch eine Woche...

Nun sind wir (nach 14 Stunden Busfahrt) wieder in Nasca und alles ist – wie immer – „tranquilo”. Die Kiddies schauen bei einer Betreuerin in die Glotze, die anderen sind zu einem Hahnenkampf gefahren. Wir gammeln, wie wahrscheinlich die letzten 8 Tage hier...
Unsere Generalprobe fuer die grosse Reise ist super gelaufen. Wir kennen jetzt viele neue Tricks und Kniffe wie wir uns moeglichst billig durchs peruanische Leben mogeln koennen. Aber leider ist es  hier ein Geben und Nehmen. Unsere neuen peruanischen Lebensweisheiten sind teuer erkauft. Man muss eigentlich ueberall erst einmal beschissen werden bevor man lernt. Denn leider gibts hier von den Leuten in der Organisation nicht viele hilfreiche Tipps (bevor ihr sagt, fragt doch eure Leute!). Hier ist alles hart erkaempft – und den Touris die nicht so lange wie wir hier sind wird uebel mitgespielt.

Nun zu unserer kurzen Reise. Sie war herrlich. Ein Glueck, dass wir diesen Teil des Landes gesehen haben. Die Alpen sind gegen die Anden echt popelig. In der „Cordillera Blanca“ reihen sich 6000er Gifpel aneinander – inmitten der hoechste Berg Perus (Huascaran 6768m). Nur die Luft in Huaraz (3100m), der Haupstadt des Gebietes war sehr duenn, so dass ich nach der Ankunft mehr Schwachsinn als sonst erzaehlte, Atemenot und Schwindelgefuele hatte (Janne hat die Hoehenkrankheit gar nicht erst erwischt). Nach einem Koka Tee (zu jedem Fruehstueck) sah die Sache jedoch anders aus. Wir machten kleine Wanderungen und 2 – Tages Ausfluege, unter anderem zu 48 Grad heissen, heilenden Thermalbaedern und zwei wunderschoenen Lagunen (3800m) zu Fuessen des Huascaran (siehe Fotos). Ausserdem kamen wir in den Genuss neuer Landestypischer Leckereien wie Rinderherz aufgespiesst und knusprig gegrilltes, in zwei Teile geschnittenes Meerschweinchen (fuer alle die es wissen wollen: es schmecht wie eine Mischung aus Gefluegel und Schweinefleisch – yammi!)

Gestern Abend besuchte uns ein Paerchen aus Holland das „Research“ (aha!) betreibt. Wir zeigten ihnen unsere Heimat fuer 2 Monate und vernichteten am Abend mit ein paar betreuern Wein und Schnapps. Zum Glueck war dieser gut vertraeglich, so dass ich, zwar dehydriert jedoch des Schreibens maechtig, diesen Eintrag vornehmen kann.

Uebrigens studiere bald an der Uni Bonn VWL – juhu.

 

Die Fotos: Janne und ich im Flusslauf zwischen den zwei Lagunen. Die „Maennliche“ der beiden ist auf dem naechsten zu sehen. Auf dem letzten Bild kann man das oeffentliche Thermalbad sehen – wir allerdings hatten eine Privatkabine zu unserer Verfuegung.


7 Kommentare 12.8.07 23:42, kommentieren