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auf nach Lima

Lima? Ganz Klar! Zuerst aber einmal etwas anderes.
Heute gab es den Flug ueber die beruehmt beruechtigten "Linien von Nasca". Nach gefuehlten 100 Anlaeufen hat es dann endlich geklappt. Zuerst wollten wir ja vor 3 Wochen fliegen dann aber kam der Strand dazwischen, vor 2 Wochen die Kinder, gestern Rudolfo und heute morgen das Wetter. Wer Rudolfo ist erklaere ich euch nicht. Einfach hinnehmen. Wie wir die peruanische Lebensart hinnehmen muessen, die frei nach dem Motto faehrt: Es kommt eigentlich immer ewas dazischen. Aber irgendwann klappt es halt. Der Flug in der Cesna war schon mal Adrenalinfeeling, wie auch der Ein- und Ausstieg in diese Sardinenbuechse. Wir flogen um 5 Uhr und hatten wunderbares Licht durch den Sonnenuntergang. Die Linien und die Landschaft sind schon sehr spektakulaer - aber ob die Linien, wie von einigen behauptet, Landebahnen und Zeichen Ausserirdischer sind sei mal so dahingestellt (ueberzeugt euch selbst - ich habe mal E.T. fotografiert und unten eingefuegt).
Zu Lima.
Morgen besuchen wir Lima, da wir die 9 Millionen Menschen Metropole als Etappe fuer unser Ausflugsziel Huaraz geplant haben. Dort gehts naemlich am Donnerstag von Lima aus hin. Und das nur mit Janne, ganz alleine und fuer eineinhalb Wochen. Hoch in die Cordillera Blanca zu Thermalbaedern, Lagunen und dem hoechsten Gipfel Perus (6750m!!!) Wir bekommen diese Auszeit da hier gerade Winterferien sind und nichts los ist. Die meisten Kinder sind bei ihren Familien und mit den 4 Uebrigen kommt das Personal auch noch alleine klar.
Wir schicken euch das super Wetter aus Nasca nach Deutschland! Ihr habt es noetig!

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Hier ein Paar Bilder. Der "Astronaut", und die nicht minder komische Parade hier in Nasca. Janne, Kiddies und ich halten das gelbe Wappen, und die Parade von hinten. Die Gruppe vor uns bereitet sich gerade auf das marschieren entlang der Tribuene vor.

3 Kommentare 1.8.07 03:11, kommentieren

noch eine Woche...

Nun sind wir (nach 14 Stunden Busfahrt) wieder in Nasca und alles ist – wie immer – „tranquilo”. Die Kiddies schauen bei einer Betreuerin in die Glotze, die anderen sind zu einem Hahnenkampf gefahren. Wir gammeln, wie wahrscheinlich die letzten 8 Tage hier...
Unsere Generalprobe fuer die grosse Reise ist super gelaufen. Wir kennen jetzt viele neue Tricks und Kniffe wie wir uns moeglichst billig durchs peruanische Leben mogeln koennen. Aber leider ist es  hier ein Geben und Nehmen. Unsere neuen peruanischen Lebensweisheiten sind teuer erkauft. Man muss eigentlich ueberall erst einmal beschissen werden bevor man lernt. Denn leider gibts hier von den Leuten in der Organisation nicht viele hilfreiche Tipps (bevor ihr sagt, fragt doch eure Leute!). Hier ist alles hart erkaempft – und den Touris die nicht so lange wie wir hier sind wird uebel mitgespielt.

Nun zu unserer kurzen Reise. Sie war herrlich. Ein Glueck, dass wir diesen Teil des Landes gesehen haben. Die Alpen sind gegen die Anden echt popelig. In der „Cordillera Blanca“ reihen sich 6000er Gifpel aneinander – inmitten der hoechste Berg Perus (Huascaran 6768m). Nur die Luft in Huaraz (3100m), der Haupstadt des Gebietes war sehr duenn, so dass ich nach der Ankunft mehr Schwachsinn als sonst erzaehlte, Atemenot und Schwindelgefuele hatte (Janne hat die Hoehenkrankheit gar nicht erst erwischt). Nach einem Koka Tee (zu jedem Fruehstueck) sah die Sache jedoch anders aus. Wir machten kleine Wanderungen und 2 – Tages Ausfluege, unter anderem zu 48 Grad heissen, heilenden Thermalbaedern und zwei wunderschoenen Lagunen (3800m) zu Fuessen des Huascaran (siehe Fotos). Ausserdem kamen wir in den Genuss neuer Landestypischer Leckereien wie Rinderherz aufgespiesst und knusprig gegrilltes, in zwei Teile geschnittenes Meerschweinchen (fuer alle die es wissen wollen: es schmecht wie eine Mischung aus Gefluegel und Schweinefleisch – yammi!)

Gestern Abend besuchte uns ein Paerchen aus Holland das „Research“ (aha!) betreibt. Wir zeigten ihnen unsere Heimat fuer 2 Monate und vernichteten am Abend mit ein paar betreuern Wein und Schnapps. Zum Glueck war dieser gut vertraeglich, so dass ich, zwar dehydriert jedoch des Schreibens maechtig, diesen Eintrag vornehmen kann.

Uebrigens studiere bald an der Uni Bonn VWL – juhu.

 

Die Fotos: Janne und ich im Flusslauf zwischen den zwei Lagunen. Die „Maennliche“ der beiden ist auf dem naechsten zu sehen. Auf dem letzten Bild kann man das oeffentliche Thermalbad sehen – wir allerdings hatten eine Privatkabine zu unserer Verfuegung.


7 Kommentare 12.8.07 23:42, kommentieren

Seltsames ueber das Essen

In diesem Land kann man sich nicht auf vieles verlassen, Puenktlichkeit und planmaessiges Vorgehen sind hier fehl am Platze, aber eines gibt es hier immer, ueberall und in riesigen Mengen: Essen. Da alles auch ein wenig exotisch und fuer uns Europaeer fremd ist, schmeckt es umsomehr abenteuerlich. Wie aber alles im Leben hat auch peruanisches Essen seine negativen Seiten. Dies laesst sich mit einem einzigen Wort beschreiben: arroz (Reis). Peruaner sind notorische Reis Vernichter und deswegen findet man bei jedem Gericht und auf jedem Teller Reis in rauen Mengen. Reis mit Kartoffeln, Reis mit Nudeln (ohne Scheiss!), Reis mit Pommes, Reis gruen, Reis gelb – Reis ueberall. Was das fuer die Darmflora bedeutet koennt ihr euch ja vorstellen. Janne und ich sind schon Spezialisten im aufstoebern reisloser Gerichte in Kneipen. Wir hassen ihn.

 


Abgesehen von dieser Unart ist das Essen jedoch sehr gut. Ceviche, roher Seebarsch in Limettenmarinade, gehoert zu unseren Favoriten, sowie die ca 1000 Huehnchen Gerichte, Antichuchos (gegrilltes Rinderherz), Cuy (Meerschweinchen), fritierte Meeresfruechte, Avokado, die ganzen Exotischen Fruechte die man erntefrisch auf den Maerkten kaufen kann (Marakuja, Tuna, Naranja) und natuerlich deren frische Saefte.

 


Der Markt. Dieser Ort in jeder noch so kleinen Stadt laesst jeden Vegetarier erzittern, jeden Veganer uebel werden und veranlasst warscheinlich Tierschuetzer sowie Hygienebeauftragte ihren Anwalt anzurufen und eine Klage einzureichen. 5 Meerschweinchen tummeln sich auf einem qdm, 5 Huehner sind in einem Schuhkarton gefangen um wenig spaeter ohne Kopf, gerupft und mit in die Luft gestreckten Beinen auf der Theke zu liegen, halbtote Krebse zucken mit ihren uebrig gebliebenen Beinen, Rinderkoepfe liegen herum und das halbe Schwein wird von jedem der daran vorbei laeuft beruehrt. Zu dem Bild das ihr grade im Kopf habt muesst ihr noch Millionen Fliegen, Muell, fiesen Gestank und uns addieren und ihr seid auf dem typischen peruanischen Wochenmarkt. Ist schon eine lustige Erfahrung – leider hat Janne alle Fotos, ihr koennt euch jedenfalls darauf freuen.

 


Auch ein Kapitel fuer sich sind die Trinkgewohnheiten. Bier: man nehme 3 Flaschen fuer 5 Personen und 2 Glaeser. Warum? Einer faengt an zu trinken, leert sein Glas kippt den letzten Schluck in das zweite und gibt das Glas an den naechsten. Immer der Reihe nach. Was ist daran Falsch? 5 Peruaner sind schon nach 2 Flaschen besoffen! Die vertragen gar nichts – trinken aber am liebsten Schnaps (Pisco) und das aehnlich skurril: Eine Flasche Pisco, ein Glas und 5 Peruaner die in einem Kreis stehen. Einer trinkt, ein anderer haelt die Flasch bis er das Glas bekommt – leer natuerlich. Das die Flasche nach 5 Minuten leer und die Stimmung ausgelassen ist liegt zwar nahe, jedoch ist zum Schluss die Flasche leer die Peruaner aber fertig.

 

Die Fotos: Janne kocht und in der Kneipe mit den Betreuerinnen verzichten wir auf die eigenartigen Trinkgewohnheiten.


5 Kommentare 18.8.07 19:08, kommentieren

wir sind in Arequipa


Da sind wir nun, alleine auf Peru- und Bolivienrundreise fuer den Rest unserer Zeit hier. Ich muss sagen der Abschied von der "Organistion Pachamama" viel mir nicht schwer. Nur einige Kinder werde ich ein bisschen vermissen und natuerlich das bisschen Geborgenheit das wir in Nasca hatten. Obwohl Geborgenheit auch relativ ist, besonders vor dem Hintergrund das sich die aus Ica entlaufenen Haeftlinge (500 sind es, Busse wurden schon gepluendert) seit ein paar Tagen in Nasca herumtreiben und ich Abends beim Broetchen kaufen jeden Augenblick mit einer fiesen peruanischen Attacke aus dem dunkeln gerechnet habe ... Janne traute sich jedenfalls gar nicht mehr aus dem Haus heraus.

Hier in Arequipa muss man sich zwar auch vor Dieben in Acht nehmen aber wer von den Mini - Peruanern raubt schon so grosse Deutsche wie uns aus? Die fetten Amis die ueberall herumlaufen seh ich eher als potenielle Ziele. Touris gibt es hier viele und wir sind froh darueber. Nachdem wir in einigen kleinen Ortschaften schon Angst hatten im Kochtopf zwischen Meerschweinchen zu landen zeigt einem die Anwesenheit von Touris: Wir sind auf dem richtigen Weg!

Arequipa hat neben Taschendieben und 20000 Taxis noch mehr zu bieten, denn hier gibt es Kirchen ohne Ende und das Kloster Sta. Catalina, welches ein echtes Highlight war. Natuerlich sorgen die vielen tollen Restaurant fuer stets mit Alpakafleisch gefuehlte Maegen.

Leider kann ich euch keine Bilder mehr bieten, da die PCs in den Internet Cafes leider keinen benutzbaren USB Eingang haben. Fotos gibts dann wenn wir wieder zu hause sind!

Gruesse aus Peru

21.8.07 22:03, kommentieren

Machu Picchu

Wir waren da. Der Hoehepunkt einer jeden Peru Reise - Machu Picchu. Gestern ging es mit dem Zug aus dem heiligen Tal in das Dorf unterhalb der Ruinen. Das hier mehr Touris als Einheimische sind stoert ein wenig - da die Stadt dazu noch nicht einmal ansprechend ist macht die Situation nicht besser. Egal, wir haben uns in einem voellig ueberteuerten Hotel eingemietet, hatten aber ein kleines Holzhaus mitten im Tropenwald am Stadtrand mit Blick auf die Berge und die Stadt. Heute Morgen klingelte der Wecker um 4:30 und das Fruehstueck um 5 Uhr war gehetzt (mir war es egal - ich halte eh Diaet, nur Trockenbrot und Reis - mein Magen streikt mal wieder)

Mit dem ersten Bus ging es hoch zu den Ruinen, an den armen Dudes vorbei die den steilen Anstieg zu Fuss wagten. Um kurz nach 6 waren wir auf der Anlage und es war gigantisch! Die coolste Ruine von allen und wir haben schon viele gesehen! Auch einen Abstecher zu den beiden Bergen im Hintergrund der Anlage machten wir - ihr habt doch hoffentlich grade die Postkartenansicht von Machu Picchu geoeffnet!? - nachdem ich alles aus der Hoehe gesehen hatte machten uns an den Abstieg und machten es wie die Dudes am Vormittag - wir gingen zu Fuss ins Dorf. Nach krassen Bergbesteigungen und ausfuerlicher Ruinenbesichtigung war es eine Tortur. Jetzt sitzen wir erschoepft im Internet Cafe und warten auf unseren Zug in "Heilige Tal der Inka".

Morgen geht es wieder nach Cusco und am Montag fahren wir mit dem Zug an den Titicacasee (ja, den gibt es wirklich!).

Uebrigens, hier ist alles, im Gegensatz zum Rest des Landes, voellig ueberteuert. Alleine fuer die 40km Zugfahrt (und das ist der einzige Weg hierhin) bezahlen wir beide hin und zurueck 150$. "Peru Rail" ist hier die einzige Gesellschaft und langt ordentlich zu. Mit dem lokalen Zug duerfen wir nicht fahren - sind ja Touris. Trotz der Abzocke durch "Peru Rail" muessen wir dennoch immer ein bisschen grinsen wenn wir den Zug sehen.
Jetzt kommt der Knueller: der korrupte Ex - Praesident Fujimori (ja! Er war Japaner) hat anfang der Neunziger das Eisenbahnnetz an Chilenen und Englaender verkauft und das Geld in die eigene Tasche gesteckt. Damit ist er dann irgendwann nach Japan abgehauen - lustig oder? Wenn man bedenkt, dass Peru nun seit kurzem ein "Neues Weltwunder" besitzt und lediglich an den Eintrittsgelder verdient und nicht am lukrativeren Transport ... 

Peru eben.

3 Kommentare 31.8.07 22:36, kommentieren