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das letzte mal aus Peru ...

... denn ab Morgen sind wir in Bolivien, Copacabana. Nein nicht in Brasilien am Strand sondern am schoenen Titicacasee - dort liegt namlich der Namensgeber fuer das Brasilianische Pendant. Vielleicht nicht ganz so schoen aber schnuckelig gelegen und wir werden dort 2 Tage mal richtig entspannen (auch wenn das Wasser in 3800m arsch kalt ist).
Copacabana...da faellt mir gleich eine weitere Unart der Peruander bzw. Bolivianer ein: Die bennen jeden Scheiss nach Jungfrauen und haben noch ein dutzend fuer alle Situationen. Virgen Copacabana, virgen Gertrud, virgen Hilde... ueberall. Im Taxi, im Bus, in Hotelzimmer und vor allem in Kirchen (ach was!). Die sind hier echt besessen von denen- ob die Komplexe haben?

 

Jetzt haben wir unsere erste Woche am Titicacasee hinter uns und es war super - das Highlight, neben freilaufenden wilden Meerschweinchen, war der Besuch einer kleinen Insel weit drausen im "Andenmeer". Dort uebernachteten wir bei einer Aymara Indiander Familie und es war mal was ganz anderes. Das Klo war nur ein Loch in der Erde (zum Glueck geht es meinem Bauch besser) und es gab kein fliessend Wasser oder Strom. Dafuer war das Haus idyllisch (mit Seeblick) gelegen. Zu Abend assen wir mit der ganzen Familie (5 Kinder) in einem kleinen Lehmhaus das sich Kueche nennt. Wir sassen auf dem Boden und eine einzige Kerze war die Lichtquelle. Das Essen war koestlich, die Kinder hatten Spass (obwohl sie nur in ihrer Indiandersprache Quetchua redeten) und in einer Ecke hoerte ich Meerschweinchen quieken. Heute Morgen sagte ich ihnen das Meerschweinchen in Deutschland zum spielen und kuscheln da sind - die Indianermutter antwortete nur: Rico!!! (Lecker!!!)

 

Heute gehen Janne und ich nochmal richtig lecker essen da dieses in Bolivien nicht so toll sein soll. Ich freu mich dennoch, denn ab Sonntag ist meine doofe Diaet vorbei und ich kann wieder richtig futtern und Bier trinken.

 

Bis bald! Gruesse von uns beiden an alle!

 

1 Kommentar 8.9.07 00:51, kommentieren

ueber La Paz und Langfinger

Der letzte (und erste Eintrag) aus Bolivien den Morgen fliegen wir nach Lima, zurueck in unser heiss geliebtes Peru. Auch wenn dann die Preise wieder ansteigen. Obwohl hier in Bolivien eigentlich alles nicht viel anders ist. Im Grunde ist nur die Waehrung und die Fahne unterschiedlich - die Leute und das drumherum ist wie in Peru. Oft sind sie nett, hilfsbereit und lustig, manchmal sind sie einfach nur Freaks. Wir wollten heute ein Mitbringsell kaufen und hatten es schon eingepackt. Dem "Verkaeufer" war aber der 50Bs Schein zu dreckig(?) und wir liessen die Ware stehen. Warum er den 100% echten Schein nicht annehmen wollte ist uns bis jetzt unklar. Ein weiteres typisches Traveler Hanycap: ohne Kleingeld ist man hier aufgeschmissen - sobald man nur noch einen 10er hat (1euro) geht das zittern beim kaufen los. Glaubt nicht das die ihre Hintern bewegen um Wechselgeld zu besorgen. Da hilft nur das begehrte Getraenk auf der Stelle zu oeffnen und dann mit einem breiten Grinsen den 50er rueberreichen

Heute waren wir auf dem riesigen Markt in El Alto, einer Vorstadt La Pazs. Dort schlenderten wir vorbei an Marktbuden die wirklich alles (vom Voodoo Zauber bis zum Autoerstazteil) verkaufen und dann passierte, was ja nach 3 Monaten in Laendern ueber die das Auswaertige Amt deutlich vor Diebstahl warnt, passieren musste: wir mussten uns mit Taschendieben rumschlagen. Wir schlenderten schon eine Zeit lang vorbei an Buden als Janne ein oeffentliches Bad entdeckte und wir durch eine schmale Gasse zwischen zwei Staenden gehen mussten. Janne war einige Schritte vor mir als ich ploetzlich etwas feuchtes am Hals spuerte. Sofort war ich zwischen einer Frau und einem Mann eingekeilt, sah das die Uschi mir an der Hose herumfummelte und das der Reisverschluss, der den Weg zu unseren Geldreserven sichern sollte, offen stand. Ich brachte nur ein "hey" ueber meine Lippen und schon waren die beiden weg. Meine zwei Portmonnees waren zum Glueck noch da, weil ich Bonny und Clyde rechtzeitig bemerkt hatte.
Dieses Arschloch hatte mich tatsaechlich angespuckt um von dem Diebstahl abzulenken.
Natuerlich lief ich den Rest des Tages etwas paranoid durch die Strassen und vermutete hinter jedem Indio einen potenziellen Langfinger.

La Paz ist uebrigens eine Reise wert. Obwohl die Stadt selbst fuer Sued Amerikanische Verhaeltnisse sehr hektisch ist hat sie was besonderes. Ist Lima einfach ein riesiger Haufen Gebaeude mit 9 Millionen Einwohnern ist La Paz mit 1,2 Millionen noch recht uebersichtlich. Moderne Hochhaeuser reihen sich am Prado, der Hauptverkehrsstrasse, aneinander, es gibt tolle Kneipen, Pubs und Music Bars und alles ist ein einziger Markt. Jeder qm Buergersteig ist mit Staenden ueberhaeuft und es macht Spass dem Treiben aus dem Fenster eines Minibuses die fuer wenig Geld durch die Stadt fahren zuzuschauen. Auch ausserhalb von La Paz gibt es einiges zu sehen: die tropischen Yungas. Dort gedeihen Bananen, Kaffee und natuerlich Koka. Laut Koka Museum sind die Yungas der 2. Groesste Kokalieferant Boliviens. Vor einigen Jahren kaufte Coca Cola 253 Tonnen von dem Zeug (Aromastoff fuer die Cola). Schade das man keine Blaetter mitbringen darf. Ein frischer Koka Tee belebt naemlich so gut wie Kaffee...

Heute Abend gehen Janne und ich noch auf ein Jazz Konzert und werden die letzten 4 Tage Suedamerika geniessen - auch wenn es im immer nebligen Lima ist.

Viele Gruesse aus La Paz 

20.9.07 23:27, kommentieren

Letzte Zeilen aus Peru

Janne und ich sind jetzt im ewig nebligem Lima und verbringen die letzten Stunden in Fressbuden und diesem Internetcafe. Eigentlich hatte ich den Blog schon gestern fertig geschrieben, aber das Internet hier... 200 Puls hatte ich...

 

Sonst waren die letzten Tage hier sehr cool. Wir haben viel unternommen und hatten den Luxus einer eigenen kleinen Wohnung mit TV, DVD Player, eigener Kueche und Schlafzimmer. Endlich konnten wir mal wieder ordentlich Fruehstueck kaufen und mussten uns nicht das EINE Broetchen einteilen. Dennoch ist Lima uns nicht so sympatisch wie La Paz oder der Rest des Altiplano. Vielleicht liegt es einfach daran das das Wetter so scheisse ist. Hallo? Wir hatten 3 Monate nur Sonne! Wie kann man denn am dunkelsten Fleck Perus eine Stadt gruenden? Wenn die in Deutschland nicht scheint fliegen wir direkt wieder zurueck.

 

Nicht nur das Wetter ist hier im Gegensatz zu den anderen bereisten Landesteilen ungewoehnlich, bei uns, in Miraflores, ist das Leben ganz anders. Keine Kollektivoblechlawinen die sich durch die Strassen druecken wie in La Paz, keine alten Frauen in traditioneller Kleidung die ihr Obst verkaufen, keine Armut, kaum billige Kneipen und keine Berge (ueberall in diesem Land geht es sonst Bergauf oder Bergab). Wenn wir durch die neue Shoppingmeile direkt an der Steilkueste schlendern und Fast Food essen koennte man meinen wir waeren in Europa.
Aber zwei Sachen gibt es nun mal auch in Lima: Kirchen und Museen. Die haben wir vorgestern bei unserem Altstad Besuch "abgehakt" und haben vorwiegend nach "Artesanias" (Kunsthandwerk) gesucht. Ich hasse diese Staende und bin froh das dieser Teil vorbei ist. Gestern waren wir im riesigen "Museum der Nation" und haben alle Ruinen die wir schon auf der Reise gesehen haben nochmal im Miniaturformat vor uns gehabt. Juhu. Aber dadurch das man dort unsere Reise nochmal nachvollziehen konnte wurde mir schon ein bisschen wehmuetig ums Herz. 3 Monate Peru/Bolivien waren schon geil und ich werde einige Dinge vermissen. Auch weil wir hier naemlich ganz ordentlich gelebt haben. Wir waren ausnahmslos jeden Tag gut essen, haben so einige Bars unsicher gemacht, waren auf Konzerten, haben unglaubliche Dinge gesehen und haben es uns einfach nur mal gut gehen lassen.
Aber keine Sorge, wir freuen uns auch wieder tierisch auf Deutschland... Also stellt das Bier kalt und schmiert Schnittchen mit Wurst!

 

Unsere Bargeldreseren schwinden und ich muss jetzt Schluss machen. In 2 Stunden kommt das Taxi und faehrt uns zum Flughafen. Dann geht das grosse warten los, welches in Atlanta fortgesetzt wird - Mittwoch sind wir wieder im Lande

 

Wer noch mehr Bock auf Peru-Blogs hat sollte dringend bei www.coco-im-lande-der-lamas.blog.de vorbeischauen! Coco ist naemlich im selben Hilfsprojekt wie wir in Nasca und dort tobt natuerlich wieder der Baer...

 

Ganz viele letzte Gruesse aus Peru von janne und mir.

 

 

1 Kommentar 25.9.07 01:06, kommentieren