ueber La Paz und Langfinger

Der letzte (und erste Eintrag) aus Bolivien den Morgen fliegen wir nach Lima, zurueck in unser heiss geliebtes Peru. Auch wenn dann die Preise wieder ansteigen. Obwohl hier in Bolivien eigentlich alles nicht viel anders ist. Im Grunde ist nur die Waehrung und die Fahne unterschiedlich - die Leute und das drumherum ist wie in Peru. Oft sind sie nett, hilfsbereit und lustig, manchmal sind sie einfach nur Freaks. Wir wollten heute ein Mitbringsell kaufen und hatten es schon eingepackt. Dem "Verkaeufer" war aber der 50Bs Schein zu dreckig(?) und wir liessen die Ware stehen. Warum er den 100% echten Schein nicht annehmen wollte ist uns bis jetzt unklar. Ein weiteres typisches Traveler Hanycap: ohne Kleingeld ist man hier aufgeschmissen - sobald man nur noch einen 10er hat (1euro) geht das zittern beim kaufen los. Glaubt nicht das die ihre Hintern bewegen um Wechselgeld zu besorgen. Da hilft nur das begehrte Getraenk auf der Stelle zu oeffnen und dann mit einem breiten Grinsen den 50er rueberreichen

Heute waren wir auf dem riesigen Markt in El Alto, einer Vorstadt La Pazs. Dort schlenderten wir vorbei an Marktbuden die wirklich alles (vom Voodoo Zauber bis zum Autoerstazteil) verkaufen und dann passierte, was ja nach 3 Monaten in Laendern ueber die das Auswaertige Amt deutlich vor Diebstahl warnt, passieren musste: wir mussten uns mit Taschendieben rumschlagen. Wir schlenderten schon eine Zeit lang vorbei an Buden als Janne ein oeffentliches Bad entdeckte und wir durch eine schmale Gasse zwischen zwei Staenden gehen mussten. Janne war einige Schritte vor mir als ich ploetzlich etwas feuchtes am Hals spuerte. Sofort war ich zwischen einer Frau und einem Mann eingekeilt, sah das die Uschi mir an der Hose herumfummelte und das der Reisverschluss, der den Weg zu unseren Geldreserven sichern sollte, offen stand. Ich brachte nur ein "hey" ueber meine Lippen und schon waren die beiden weg. Meine zwei Portmonnees waren zum Glueck noch da, weil ich Bonny und Clyde rechtzeitig bemerkt hatte.
Dieses Arschloch hatte mich tatsaechlich angespuckt um von dem Diebstahl abzulenken.
Natuerlich lief ich den Rest des Tages etwas paranoid durch die Strassen und vermutete hinter jedem Indio einen potenziellen Langfinger.

La Paz ist uebrigens eine Reise wert. Obwohl die Stadt selbst fuer Sued Amerikanische Verhaeltnisse sehr hektisch ist hat sie was besonderes. Ist Lima einfach ein riesiger Haufen Gebaeude mit 9 Millionen Einwohnern ist La Paz mit 1,2 Millionen noch recht uebersichtlich. Moderne Hochhaeuser reihen sich am Prado, der Hauptverkehrsstrasse, aneinander, es gibt tolle Kneipen, Pubs und Music Bars und alles ist ein einziger Markt. Jeder qm Buergersteig ist mit Staenden ueberhaeuft und es macht Spass dem Treiben aus dem Fenster eines Minibuses die fuer wenig Geld durch die Stadt fahren zuzuschauen. Auch ausserhalb von La Paz gibt es einiges zu sehen: die tropischen Yungas. Dort gedeihen Bananen, Kaffee und natuerlich Koka. Laut Koka Museum sind die Yungas der 2. Groesste Kokalieferant Boliviens. Vor einigen Jahren kaufte Coca Cola 253 Tonnen von dem Zeug (Aromastoff fuer die Cola). Schade das man keine Blaetter mitbringen darf. Ein frischer Koka Tee belebt naemlich so gut wie Kaffee...

Heute Abend gehen Janne und ich noch auf ein Jazz Konzert und werden die letzten 4 Tage Suedamerika geniessen - auch wenn es im immer nebligen Lima ist.

Viele Gruesse aus La Paz 

20.9.07 23:27

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